Storm Corrosion – Storm Corrosion


Mike Portnoy Wochen Teil 5, das ist natürlich Quatsch. Ursprünglich war er aber für das gemeinsame Projekt von Opeths Lars Mikael Åkerfeldt und Porcupine Trees Steven Wilson eingeplant. Als sich das jedoch immer weiter hinzog und musikalisch einen völlig anderen Weg einschlug, war da kein Platz mehr für Portnoy. Die wenigen Schlagzeugeinsätze auf dem Album hat dann Stevens Bandkollege Gavin Harrison übernommen. Für das Ergebnis der Zusammenarbeit lassen sich nur schwer Worte finden, ich versuche es trotzdem:

Drag Ropes
Düstere Streicher eröffnen das Album. Dann setzt Mikaels Gesang ein. Hinzu kommen noch ein paar spärlich gesetzte Klaviertöne, auch sphärische Klänge dürfen nicht fehlen. Dann übernimmt die Akustikgitarre mit leichter Perkussion. Den einzigen Refrain des Albums singt dann Steven. Darauf folgt ein kurzer Instumentalteil und Klavier und Streicher setzen wieder ein. Der mehrstimmige Gesang dann ist nicht von dieser Welt und treibt die bedrohliche Stimmung auf die Spitze. Schliesslich darf auch eine elektrische Gitarre vorsichtig gezupft werden. Als Mikaels Gesang wieder einsetzt, fühlt man sich fast in die ruhigen Momente von Opeth versetzt. Die Demoversion auf der Blu-Ray unterscheidet sich hiervon nur minimal, die Streicher treten dort im Vergleich zumeist in den Hintergrund.
Storm Corrosion
Hier übernimmt Steven den Leadgesang und Mikael zupft sich auf der Akustischen zurecht, lässt aber auch die Elektrische nicht ganz aussen vor, so darf er zwischen den Gesangsteilen zurückhaltend solieren. Die Ambientspielereien im späteren Verlauf wirken wie eine reduzierte Version der Droneexperimente von Wilson.
Hag
Tiefe Basstöne und hohe Klavierklänge machen hier den Anfang. Der folgende Basslauf ist fast schon eingängig und die Streicher tun ihr Übriges. Auch hier wird wieder die elektrische Gitarre gezupft. Unterbrochen wird das Ganze dann von Gelächter, welches schnell wieder verstummt. Später wird alles inklusive wildem Schlagzeug durch den Verzerrer gejagt. In der Demoversion auf der Blu-Ray hingegen ist klarer Schlagzeugklang zu hören, was das Lied in meinen Ohren noch etwas intensiver macht. Dann endet das Lied etwa wie es begonnen hat.
Happy
Naja, glücklich klingt definitiv anders. Nach ähnlichen Muster, wenn auch noch zurückhaltender als das Titelstück. Der langgezogene Gesang Wilsons hier ist allerdings einmalig.
Lock Howl
Mit etwas mehr Tempo und Schub bahnt sich das einzige reine Instrumental des Albums seinen Weg in die Gehörgänge. Akustikgitarre, Streicher, Perkussion und Keyboard und schliesslich auch ein Glockenspiel sind hier die Zutaten.
Ljudet Innan
In extrem hoher Stimmlage singt Åkerfeldt die erste Strophe. Daraufhin gibt es wieder traurige Streicher. Allmählich kommen wieder mehrere Elemente hinzu. Behutsam jazziges Schlagzeug und gefühlvolles Gezupfe leiten zur zweiten Strophe über, nun vorgetragen von Wilson. In diesem Schema variiert das Lied bis zum Schluss. Einen minimalen Hauch hebt sich so dieses Lied von den anderen ab.

Fazit:
Mit drei Liedern etwa um die zehn Minuten lassen sich die beiden hier viel Zeit, um die Atmosphäre auszubreiten. Nüchtern betrachtet funktionieren alle Songs nach recht ähnlichem Prinzip, dieses ist jedoch so ungemein effektiv, dass das völlig egal ist und eher dazu beiträgt, dass alles wie eine musikalische Reise wirkt. Dachte man, dass Insurgentes stellenweise an Düsternis nicht zu überbietet wär, belehren uns die Herren hier auf Albumlänge eines Besseren. Siebenundvierzig Minuten Gänsehaut erzeugt insebesondere die Raumklangabmischung auf der beiliegenden Blu-Ray, wenn man denn zu dieser Version gegriffen hat, was ich definitiv empfehle. Auf voller Lautstärke bitte! Ich halte dieses Album für das faszinierendste Stück Musik welches mir bisher untergekommen ist. Höhepunkte sind hier nicht zu erkennen, oder anders gesagt, der Höhepunkt erstreckt sich über die gesamte Laufzeit. Mit gewohnten Klängen der beiden Musiker hat das Ganze tatsächlich nur bedingt zu tun.

Punkte: 15/15

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