OSI – Fire Make Thunder


Mike Portnoy Wochen Teil 4, dieses mal ist er wieder nicht dabei. Entstanden ist das Office Of Strategic Influence mit seiner und Kevin Moores Beteiligung, wie seinerzeit auch Dream Theater. Bei denen sind inzwischen ja bekanntlich beide nicht mehr. Die Idee hierzu hatte allerdings Jim Matheos von Fates Warning. Nach Album Nummer zwei hat Portnoy hier allerdings schon seine Koffer gepackt. Dafür kam auf dem dritten Album Gavin Harrison, der auch auf dem neuen trommelt. Und dieser agiert hier deutlich freier als auf dem letzten Werk.

Cold Call
Im Radio laufende Nachrichten und Industrial-Spielereien eröffnen das erste Lied. Direkt wird der typische düstere Tonus von OSI wieder deutlich. Langsam bahnt sich Jims Gitarre den Weg bis Gavins Schlagzeug einsetzen darf und mit direkten Riffs losgerockt wird. Nach gut zweieinhalb Minuten kommt der markante Gesang von Kevin Moore. Im Folgenden wird mit den gegebenen Mitteln viel variiert.
Guards
Durch den Klangfilter gejagtes Schlagzeug legt hier los. Schnell und direkt ist hier das Konzept. Der Refrain ist sogar fast schon so etwas wie ein Ohrwurm, bei dieser Band ist das ja schon eine Besonderheit.
Indian Course
Eine Akustikballade bei OSI, klingt ungewöhnlich, ist es auch. Wunderschön.
Enemy Prayer
Der Höhepunkt des Albums – gar des bisherigen Bandschaffens – ist die einzige Instrumentalnummer. Hier wird Gavin erstmalig als Mitautor erwähnt. Bis heute ist er den anderen Beiden nicht persönlich begegnet. Dass dabei ein so herrliches Zusammenspiel entstehen kann, ist beeindruckend. Es wird gerockt, krummgetaktet, das Tempo gewechselt, soliert, alles was der Progger braucht.
Wind Won’t Howl
Ruhiger Anfang, langsamer Aufbau und viel Intensität bringen direkt den zweiten Höhepunkt hinterher. In gemäßigtem Tempo wird hier wohliges Unwohlsein geschaffen. Eiskalt wird hier eine Gänsehaut nach der anderen erzeugt.
Big Chief II
Ob es „Big Chief I“ auch gibt, bleibt ein Geheimnis, dieser vermeintlich zweite Teil ist rau und hart. Mit einem abgehackten Ende ist auch schon Schluss bevor man merken kann, wie cool das Lied eigentlich ist.
For Nothing
Härte und Geschwindigkeit wird wieder reduziert und auch echtes Schlagzeug gibt es hier ausnahmsweise keins. Der programmierte Rhythmus schadet der Dynamik aber erfreulicher Weise kein bisschen. Insgesamt bleibt es ruhig und auch die sonstigen Riffs von Jim Matheos müssen dieses mal aussen vor bleiben.
Invisible Men
Mit knapp zehn Minuten kommt zum Abschluss das längste Stück des Albums. Hier werden noch mal alle Zutaten der OSI-Musik ausgepackt. Von ruhigen Momenten über harte Riffs, düstere Stimmung und viel Melancholie wird hier alles abgedeckt was man von dieser Band kennt und auch hören will. Ein getragenes Gitarrensolo gegen Ende rundet das Ganze dann noch hervorragend ab. Danach darf dann das Album mit viel Atmosphäre ausklingen.

Fazit:
Vielseitigkeit war noch nie ein Markenzeichen des Projektes, aber das was sie machen, machen sie genial. Außerdem ist ihr sperriger und düsterer Stil nach wie vor Ureigen. Und weil sie genau das immer weiter verfeinern und ihrem gebuchten Trommler immer mehr Freiraum geben, gestaltet sich dieses Album als ihr bisher reifstes und bestes Werk. Gäste gibt es auf diesem Album keine. Alles ausser das Schlagzeug wird von den Herren Moore und Matheos selbst bedient und auch am Mikrofon ist Moore dieses Mal der Einzige. Harrison macht erwartungsgemäß einen hervorragenden Job. Songdienlich und präziser als die gesamte Konkurrenz ist es wie immer eine Freude ihm zuzuhören. In drei Jahren gibt es dann wohl das nächste Werk, insofern die Herren ihren Veröffentlichungsrhythmus beibehalten. Im Gegensatz zu den anderen drei Alben gibt es hier keine limitierte Version mit weiteren Liedern auf einer zweiten Scheibe. Das mag mit dem Labelwechsel von InsideOut zu Metal Blade zusammenhängen. Bei so einem exzellenten Album kann man das allerdings gut verschmerzen.

Punkte: 12/15

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